Die Augustsitzung fand außerhalb des Turnus am 3. Donnerstag im August statt. Sie war verschoben worden, um eine Vergabe im nichtöffentlichen Teil durchzuführen. Die lange Suche nach einem Protokollführer hat erst einmal ein Ende: Herr Rupprecht wird die Protokollführung in Gräfenberg übernehmen.
Bekanntgaben
Eine Pumptrackanlage in Gräfenberg ist mit 90.000 € bei 10 % Eigenanteil der Stadt in die „Fraktionsinitiative“ des bayrischen Landtages aufgenommen worden.
Nachdem sich die Situation auf der Gräfenbergbahn bezüglich Stellwerk und Langsamfahrstellen zugespitzt hatte, startete ein Kreis um Matthias Striebich Anfang Februar eine Petition zur Gräfenbergbahn. Erlangen-Höchstadts Landrat Alexander Tritthart hatte im Februar ebenfalls einen Brief an die Bahn geschrieben. Ende März hatte Ralf Kunzmann im Gratulationsschreiben an den wiedergewählten Nürnberger OB um Einsatz für die Gräfenbergbahn gebeten. Nun, Mitte August, haben der Nürnberger OB gemeinsam mit den Landräten von Forchheim und Erlangen-Höchstadt ein Schreiben an die Bahn verschickt.
Bürgermeister Kunzmann trug daher seinen Schriftverkehr mit Oberbürgermeister König zehn Minuten lang Wort für Wort vor. Er reklamierte das Schreiben an die Bahn mit „Seht her, es passiert doch etwas“ als seine Initiative und seinen Erfolg. Ein entsprechender Zeitungsartikel von Autorin Petra Malbrich erschien dann auch so im Regionalteil.
Das Kommunalunternehmen schreibt Verluste
Der Wirtschaftsplan des KUG wurde von Kämmerer Steinlein vorgestellt. Dieser musste dafür extra seinen Urlaub unterbrechen, da die Sitzung um eine Woche nach hinten verschoben worden war.
Während die meisten Sparten ein ausgeglichenes Ergebnis bis leichte Überschüsse erwirtschaften, schrieb die Nahwärme zuletzt einen Verlust von 560.000 € pro Jahr. Gründe dafür waren nicht nur der Betrieb des unfertigen Netzes mit einem Defizit von knapp 200.000 €. Allerdings war 2024/2025 das Hallenbad als Großverbraucher größtenteils nicht am Netz.
Der Hauptkostentreiber waren jedoch Klagen der Firma Brochier gegen die Stadt sowie der Stadt gegen die Planer, eta Energieberatung. Mit der Firma Brochier wurde ein Vergleich abgeschlossen. Letzterer hat keinen großen positiven Effekt auf die finanzielle Lage der Nahwärmesparte; einen solchen erhofft man sich aus dem Verfahren gegen eta. Die Entscheidung im Verfahren gegen eta steht noch aus, Prozesstermin ist am 11. November vor dem Landgericht München.
Gutachter- und Anwaltskosten im eta-Verfahren allein sind zu einem mittleren sechsstelligen Betrag aufgelaufen. Durch die Kostensteigerungen beim Bau hatte das KUG ohnehin schon Schulden angehäuft. Wegen der anhaltenden Verluste der Nahwärme drht dem KUG, je nach Prozessausgang , früher oder später die Insolvenz. In diesem Falle müsste aus dem städtischen Haushalt Geld zugeschossen werden.
Roland Hofmann wollte wissen, ab wann sich das Netz selbst trage und ob es einen Plan B gäbe. Letzteren gäbe es nicht, so Kämmerer Steinlein. Ob sich das Netz selbst trage, hänge vom Prozessausgang ab.
Großverbraucher wie das VG-Gebäude und das Bürgerhaus sind bekanntlich noch nicht angeschlossen. Für diese Abnehmer wurde das Netz eigentlich dimensioniert, ein Anschluss dieser Großverbraucher steigert die Wirtschaftlichkeit. Mit den Liegenschaften der evangelischen Kirche ist leider schon ein Großverbraucher abgesprungen.
In den kommenden Jahren sollen 1,1 Mio. € in das marode Wasserleitungsnetz von Thuisbrunn investiert werden. Dank einer Härtefallregelung bekommt die Stadt fixe Zuschüsse pro Meter Leitung, muss jedoch bis 2028 fertig sein. Ansonsten müsste man das über Beiträge umlegen.
Martin Leipert wollte in diesem Zuge wissen, ob es möglich wäre, Thuisbrunn zu erdverkabeln, damit die Dachständer wegkommen. Bayernwerk sei ein schwieriger Verhandlungspartner, so Kämmerer Steinlein. Auch müsste dann die Stadt die Erdverkabelung bezahlen.
Der Stadtrat nahm den Wirtschaftsplan zur Kenntnis.
Bauanträge und Vapeautomat
An einem denkmalgeschützten Haus Am Gesteiger sollen PV-Anlage und Wallbox angebracht werden. Der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis wurde stattgegeben.

Seit Dezember liegt ein großer Haufen Aushub im Freibad und versperrt die Zuwegung zum Technikgebäude. Dieses muss im Zuge der Freibadsanierung erweitert und eine neue Technik eingebaut werden. Soweit für Außenstehende zu beurteilen ist, wurde mit der Erweiterung noch nicht begonnen. Der Aushub wurde im Mai beprobt; das Material ist Z0, also vollkommen unbelastet. Damit soll – gemäß Bauantrag der Stadt Gräfenberg aus dem Juli – eine landwirtschaftliche Fläche in Neusles aufgefüllt werden. Das planungsrechtliche Einvernehmen wurde erteilt.
Interessant ist, dass die Stadt allenthalben verkündet, man sei beim Freibad im Zeitplan. Vor einem Jahr hieß es im Amtsblatt und bis vor ein paar Tagen auch auf der Homepage der Stadt: „Fertigstellung Ende 2026“. Nun argumentiert Bürgermeister Kunzmann wieder damit, dass bei Großprojekten etwas Unvorhergesehenes passieren könne. Ja, natürlich kann das passieren, aber dann ist man eben irgendwann nicht mehr im Zeitplan. Was genau ist ein Zeitplan wert, der ständig an neue Verzögerungen angepasst wird?

Abgelehnt wurde die Anbringung eines Vapeautomaten in der Bayreuther Straße. Dieser steht bereits, jedoch ohne denkmalschutzrechtliche Erlaubnis (das Denkmal wäre aber angeblich nicht beeinträchtigt) und Sondernutzungserlaubnis. Letztere wäre eine Entscheidung, die die Verwaltung allein treffen könnte. Bürgermeister Kunzmann wollte jedoch diese Entscheidung vom Stadtrat fällen lassen. Dieser lehnte einstimmig ab, mit der Begründung, dass es sich um eine Engstelle handelt, wodurch der Vapeautomat den Verkehr beeinträchtigt.
Besetzung AZV Trubachtal
Im Verbandsrat des AZV Trubachtal wird Ralf Kunzmann künftig von Cathrin Trautner statt von Hans Derbfuß vertreten. Grund dafür: Derbfuß ist selbst Mitglied im Verbandsrat. Da gemäß Satzung kein Mitglied gleichzeitig Stellvertreter sein kann, musste umbesetzt werden.
Der ehemalige FW-Rat Konrad Hofmann hatte im Nachgang der konstituierenden Sitzung darauf in seinem WhatsApp-Kanal hingewiesen. Bürgermeister Kunzmann meinte damals jedoch, das sei rechtlich zulässig und habe sich geändert. Recht behielt jedoch Konrad Hofmann. Nachdem sich der AZV konstituiert hat, musste die Stadt ihre Besetzung ändern.
Konrad Hofmanns schriftlich als Bürgerantrag gestellter Antrag auf Veröffentlichung der Sitzungstermine und -berichte der Abwasserzweckverbände im Gräfenberger Amtsblatt wurde stattgegeben.
Anfragen, Wünsche & Sonstiges
Martin Leipert hatte ein paar Nachfragen.
Erstens wollte er wissen, wie denn der aktuelle Einwohnergleichwert / Umlagefaktor der Altgemeinde Thuisbrunn im Abwasserzweckverband Trubachtal sei. Antwort des Bürgermeisters: Immer noch „vorläufig“ 18 %. Jedoch hätte der AZV Gräfenberg nur einen Vertreter im Ausschuss zugestanden, statt der zwei, die Gräfenberg nun zustehen würden.
Die zweite Frage betraf die Untersuchung der Blechmistn. Hier stehen die vertiefenden Untersuchungen immer noch aus.
Drittens: Wann findet der Bericht des Jugendpflegers statt? Antwort: Demnächst, angepeilt würde September.
Viertens: Wann startet die Heimat-Info-App? Antwort: Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate.
Außerdem finden die Bürgerversammlungen in der Woche vom 16. bis 19. November 2026 statt – trotz der Bitten des vorherigen Stadtrates, diese nicht in eine Woche zu quetschen.
Das Wasser wird teurer – vor allem in Thuisbrunn
Im August fand auch eine öffentliche Sitzung des Kommunalunternehmens Gräfenberg statt. Grund war die turnusgemäße Berechnung der Wasserpreise. Angehoben werden sollte der Preis in Thuisbrunn von 3,09 € auf 4,17 € und in Gräfenberg von 2,40 € auf 3,04 € pro Kubikmeter.
Dass der Preis in Thuisbrunn kräftig erhöht würde, war vorab durchgesickert und entsprechend voll waren die Besucherplätze. In Thuisbrunn war in den letzten Jahren ein Defizit aufgelaufen, da landwirtschaftliche Betriebe und die Elch-Bräu (wegen des Brandes) weggefallen waren. Weil letztere inzwischen wieder Wasser abnimmt und diese Abnahme in die Kalkulation aufgenommen werden konnte, wird der Wasserpreis auf nur 3,82 € angehoben.
In Gräfenberg waren Überschüsse erwirtschaftet worden. Diese dämpfen eine Erhöhung ab, ansonsten müssten auch in Gräfenberg 3,53 € bezahlt werden.
VG-Geschäftsführer Kohlmann konnte auf Nachfrage keine Neuigkeiten bezüglich der Zusammenlegung der Satzungsgebiete nennen. Man warte noch auf Zahlen, bevor man die juristische Prüfung beauftragen könne.
