Kein Referent und keine Entscheidung beim Freibad

Freibad Gräfenberg vom Biergarten

Bei dieser Sondersitzung war so einiges anders. Die wahrscheinlich kürzeste Sitzung seit Kunzmanns Amtsantritt dauerte gerade einmal 40 Minuten. Grund: der Bürgermeister fehlte ebenso wie der eigentlich vorgesehene Referent aufgrund von Krankheit. Der als Tagesordnungspunkt „Modernisierung Freibad Gräfenberg – Entscheidung der Variantenauswahl“ angekündigte Tagesordnungspunkt führte zu keiner Entscheidung.

Hans Derbfuß, der die Sitzungsleitung übernommen hatte, verkündete dann noch einige Vergaben. Unter anderem wurden Maßnahmen an der La Grotta und der Trimm-Dich Pfad im Buchwald vergeben. Eine Information des Landratsamtes hatte er ebenfalls zu verkünden: Anders als in der Presse dargestellt sei von der Firma Bärnreuther und Deuerlein kein neuer Verfüllantrag gestellt worden. Stattdessen wurde der alte Antrag auf Z 1.1 abgeändert. Neue Unterlagen hat der Steinbruchbetreiber bislang (noch) nicht eingereicht.

Freibadsanierung

Weil der Referent vom Architekturbüro Krautloher jedoch krankheitsbedingt verhindert war, entfiel auch dessen Vortrag zu den Sanierungsvarianten des Freibades. Ersatzweise stellte Verwaltungsgeschäftsführer Kohlmann die Varianten vor. Und hatte doch einige gute Nachrichten. Regelte bislang die DIN-Norm die Menge an stündlich aufzubereitendem Wasser streng nach Beckengröße, so kann nun (dank einer „Öffnungsklausel“) auch die Besucherzahl herangezogen werden. Für Gräfenberg sind das gute Nachrichten, denn die DIN-Norm rechnet mit Becken, in denen die Besucher sich dicht an dicht drängen, wie das meist in Großstädten der Fall ist. Nicht so jedoch in ländlichen Kommunen wie Gräfenberg. Dementsprechend fallen die Betriebskosten (die für eine großzügig dimensionierte tägliche Besucherzahl von 800 kalkuliert sind) geringer aus und sind beinahe unabhängig von der Beckengröße. Auch die Herstellungskosten der Varianten sind relativ eng beieinander. Selbiges, obwohl die größte Beckengröße fast doppelt so groß ist wie die kleinste. Bei den neueren Entwürfen befände sich der Schwallwasserbehälter auch unterhalb des neuen Beckens und nicht daneben (in einem Bereich des alten Beckens). Nicht mit eingerechnet in die Kalkulationen waren allerdings Investitionen in Außenanlagen und Edelstahl (selbiges würde mit knapp 1000 € pro m² zu Buche schlagen, ein foliertes Becken wie aktuell wäre dagegen deutlich günstiger). Die Varianten enthalten allesamt einen Schwimmerbereich, Nichtschwimmerbereich und ein Kinderbecken. Drei Varianten enthalten ebenso einen sogenannten „Funbereich“.

Christoph Kasch wünschte, dass die Umfrage des Fördervereins in die Sitzungsunterlagen zur kommenden Sitzung aufgenommen werden. Werner Wolf sorgte sich dagegen wegen der (Material-)Kosten. Er führte die enormen Baupreissteigerungen an und er könne nicht glauben, dass die Preise von 2018 und 2022 vergleichbar seien und Neunkirchen 3 Mio € für sein Bad bezahlt habe. Stefan Kohlmann erwiderte, dass der Planer explizit bestätigt hatte, dass die Kosten vergleichbar. An Stromkosten würden bei den neuen Varianten jährlich etwa 52.000 bis 56.000 kWh € anfallen, weswegen Heiko Kracker die Nutzung von Photovoltaik anregte, weil Sonnenschein und Freibadnutzung nun einmal zusammenfallen. Jetzt haben die Fraktionen (und der Förderverein) 8 Tage Zeit, Rückmeldung zu geben. Die Entscheidung fällt dann in der Maisitzung.

Baugebiet Michelsberg und Sonstiges

Die Bauleitplanung Michelsberg (sehr kleines Baugebiet) lagen die Stellungnahmen der Fachbehörden vor. Unter anderem wurde eine vertragliche Baupflicht beschlossen.

Antje Rammensee merkte an, dass durch den Bau des Löschwasserbehälters der Straßenzustand in Sollenberg verschlechtert hatte und regte an, dass sich das Bauamt sich die Straße ansehen sollte.

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