Der große Kahlschlag am Marktplatz?

Kommen die Bäume am Marktplatz weg und werden durch Neupflanzungen ersetzt? Ja, wenn es nach dem Beschluss des Stadtrates geht. Nach längerem Ausfall wieder da war Grünen-Stadtrat Matthias Striebich. Nicht auf der Tagesordnung enthalten war übrigens ein von den Grünen vorab beantragter Sachstand zum Nahwärmenetz, dieser Tagesordnungspunkt war vom Bürgermeister abgelehnt worden. Nach einem halben Jahr Stillstand hätten die Anschließer langsam einen Anspruch zu erfahren, was denn jetzt Sache ist.

Bei den Bekanntgaben gab es zu vermelden, dass die Erneuerung der Sockelmauer am Anwesen Dotzauer vergeben wurde. Ebenso gab es eine Genehmigungsfreigabe für eine Hackschnitzelheizung des Gewerbebetriebes Kögel in Lilling. Außerdem stellt Sollenberg mit Lena Mirschberger nun die Kirschenkönigin des Landkreises (Glückwunsch an dieser Stelle). Kunzmann kündigte die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum am Wochenende an. Matthias Striebich bemängelte an dieser Stelle die mangelnde Werbung für das Ereignis.

Hier lässt sich’s Leben Kunreuth e.V.

Irmgard Ginzel, die dem ein oder anderen noch aus ihrer Zeit bei der Diakonie bekannt sein dürfte, stellte ihren im Aufbau befindlichen Verein vor. Sinn und Zweck des Vereins ist es, die Senioren zu unterstützen, die noch keinem Pflegegrad zugeordnet sind, und dennoch Hilfe im Alltag benötigen. Der Verein unterstützt diese im Alltag, indem er sie zum Beispiel zum Einkaufen begleitet, mit den Senioren spazieren geht und Besuche bei Verwandten ermöglicht. Zu den Pflegediensten ist er also keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung. Neben einer festangestellten Kraft unterstützen auch Freiwillige dieses Projekt, diese erhalten dafür Aufwandsentschädigung und eine Kilometerpauschale. Außerdem sollen gemeinsame Mittagessen angeboten werden, gerade um auch der Vereinsamung entgegenzuwirken. Frau Ginzel freut sich über jeden, der das unterstützen möchte. Damit diese Arbeit finanziert wird, sind Zuschüsse notwendig. Auch muss die Infrastruktur (gerade die in der IT) am Anfang finanziert werden, auch dazu ist Geld notwendig. Da der Verein inzwischen auch in den Gemeinden um Kunreuth aktiv ist, auch Gräfenberg, wünschte sich Frau Ginzel auch von Gräfenberg einen Zuschuss.

Elisabeth Meinhardt bestätigte Frau Ginzels Einschätzung, dass Vereinsamung ein großes Problem sei, und merkte an, dass es eine kleine private Initiative in Gräfenberg gäbe, der sich ganz ähnlichen Aufgaben angenommen hat (den man evtl. integrieren könnte). Beschlossen wurde, einstimmig, das Projekt zu unterstützen, sowohl mit Anschubfinanzierung, als auch analog zur Kreisumlage mit einem jährlichen Zuschuss.

Bauanträge

Die Firma Anumar hat die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis beantragt, auf zweien der Solarparkgrundstücke von Walkersbrunn II+III (auf denen ein Bodendenkmal liegt) Ständer für die Solarmodule einzurammen. Statt Rahmen sind nun Betonfundamente vorzusehen. Das beschloss auch der Stadtrat und folgte damit der Einschätzung des Amtes für Denkmalpflege. Mal wieder auf der Tagesordnung stand der Antrag, im Außenbereich von Höfles ein Haus zu bauen. Auf dem Grundstück steht bereits ein Ferienhaus, dieses ist laut Flächennutzungsplan landwirtschaftliche Fläche. Entgegen dem Beschluss vom letzten Jahr ließ sich, wegen der Felsen, kein Baugebiet realisieren. Das Grundstück ist nicht erschlossen und nur durch einen gepflasterten Weg erreichbar. Werner Wolf meinte, dass das Haus mit zwei Vollgeschossen im Außenbereich wie ein Fremdkörper wirke. Entweder solle dort (wenn überhaupt) ein Firsthaus oder ein eingeschossiges Haus entstehen. Das wurde gegen eine Gegenstimme dann auch beschlossen. Die neu gewählten Kommandanten der FFW Sollenberg Jonas Mirschberger (1.) und Tobias Weber (2.) wurden ebenso im Amt bestätigt.

Bauanträge

Die Firma Anumar hat die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis beantragt, auf zweien der Solarparkgrundstücke von Walkersbrunn II+III (auf denen ein Bodendenkmal liegt) Ständer für die Solarmodule einzurammen. Statt Rahmen sind nun Betonfundamente vorzusehen. Das beschloss auch der Stadtrat und folgte damit der Einschätzung des Amtes für Denkmalpflege. Mal wieder auf der Tagesordnung stand der Antrag, im Außenbereich von Höfles ein Haus zu bauen. Auf dem Grundstück steht bereits ein Ferienhaus, dieses ist laut Flächennutzungsplan landwirtschaftliche Fläche. Entgegen dem Beschluss vom letzten Jahr ließ sich, wegen der Felsen, kein Baugebiet realisieren. Das Grundstück ist nicht erschlossen und nur durch einen gepflasterten Weg erreichbar. Werner Wolf meinte, dass das Haus mit zwei Vollgeschossen im Außenbereich wie ein Fremdkörper wirke. Entweder solle dort (wenn überhaupt) ein Firsthaus oder ein eingeschossiges Haus entstehen. Das wurde gegen eine Gegenstimme dann auch beschlossen. Die neu gewählten Kommandanten der FFW Sollenberg Jonas Mirschberger (1.) und Tobias Weber (2.) wurden ebenso im Amt bestätigt.

Hallenbad Gräfenberg von außen
Marodes aktuelles Hallenbad

Sachstand Hallenbad

Wieder stand das Hallenbad auf der Tagesordnung. Jetzt scheint die Stadtspitze (endlich) Tempo machen zu wollen. Am Montag, so Bürgermeister Kunzmann, habe man einen Termin mit dem Landratsamt, der Staatsregierung und den Schulen. Elisabeth Meinhardts Überlegung, bereits währenddessen in die Ausschreibung zu gehen, folgte man nun. Gleichzeitig möchte man sich darum kümmern, die Finanzierung zu sichern. Die Rechtsaufsicht möchte, bezüglich der Genehmigung des städtischen Haushaltes, derzeit keine Zusagen abgeben. Einer der beiden Planer hatte weitere Einsparmöglichkeiten evaluiert. Streichung der Fotovoltaik (würde die Betriebskosten mangels eigener Stromerzeugung aber erhöhen und sich langfristig nicht rechnen), ein gemeinsames Lüftungsgerät für Nass und Trockenbereich, Kassenautomat nicht sofort aufstellen. Am Beleuchtungskörper sparen. Christoph Kasch regte noch an, die Außenanlage eventuell nachträglich zu gestalten. Zustimmung kam von Matthias Striebich, die Stadt Gräfenberg „wäre nicht der erste Häuslebauer, der den Garten hinterher macht“. Er erinnerte außerdem daran, dass mit jeder Verzögerung die Kosten stiegen und noch die Zinsen günstig seien. Beschlossen wurde dann den Kassenautomaten einzusparen und den Beleuchtungsstandard niedriger anzusetzen.

Möblierungskonzept Marktplatz

Um das Thema Bäume entbrannte dann eine lebhafte Debatte. Auf der einen Seite Christiane Scheumann, die auf keinen Fall Baumfällungen wollten, auf der anderen Seite Werner Wolf, der diese unbedingt wollte. Er führte an, dass schon zu seiner Zeit als Bürgermeister ihm von einem Sachverständigen gesagt wurde, diese Baumart sei für diesen Zweck (als Straßenbäume) fehl am Platze. Außerdem wüchsen die Wurzeln in den Kanal. Christiane Scheumann führte dagegen an, dass der Marktplatz eine Steinwüste ohne Schatten wäre. Zumindest so lange, bis die Ersatzpflanzungen nachgewachsen wären. In Zeiten des Klimawandels wäre es falsch, Straßenbäume zu fällen. Von Bürgermeister Kunzmann wurde angeführt, dass die Bäume die Sicht auf historisches Rathaus und Brunnen verdecken würden. Angeführt wurde (auch von Alfred Lanzendörfer) ebenso, dass der Kanal durch die Wurzeln beeinträchtigt und beschädigt würde. Dieses Argument fiel auch bereits in der vergangenen Sitzung. Der Bauhof hat wohl auch schon Wurzeln zurückgeschnitten. Wenn dem so ist, dann sollte die Maßnahme des Bauhofes sollte dokumentiert sein. Auch bei vergangenen Kanalbefahrungen sollten dann die eindringenden Wurzeln sichtbar gewesen sein. Bevor die endgültige Entscheidung fällt, wäre es doch gut eine Stellungnahme vom Bauhof einzuholen. Gegen vier Gegenstimmen wurde beschlossen, auch die Bäume am Brunnen zu fällen und Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Ein Kompromissvorschlag von Elisabeth Meinhardt, wurde 8:4 abgelehnt. Er beinhaltete Bäume stehenzulassen, die den Kanal nicht beeinträchtigen, und zu einem späteren Zeitpunkt auszutauschen.

Vor dem alten Rathaus wurde ebenfalls eine Fällung mit Ersatzpflanzung beschlossen. Das Baumdach / Karree wurde mehrheitlich abgelehnt. Elisabeth Meinhardt fand es schön. Werner Wolf äußerte die Befürchtung, dort entstünde ein neues Hundeklo. Bei den Sitzmöglichkeiten wurde im Wesentlichen eine Erneuerung der bisherigen Sitzmöglichkeiten beschlossen (und die Ergänzung einer Rückenlehne am Rathaus). Auch hier gab es Befürworter einer Liegeplattform am historischen Rathaus (Christoph Kasch). Planer Stadter hatte vorgeschlagen, am Marktbrunnen neben der Fahrbahn Sitzbänke aufzustellen, zur Abtrennung des Fahrbereiches vom Fußgängerbereich. Da an dieser Stelle aber öfter Verkaufsbuden an Festen stehen und auch die Fahrzeuge des Lieferverkehrs den Bereich zum Wenden nutzen, wurden auf Vorschlag von Matthias Striebich mobile Pflanzkübel beschlossen. Ein Spielgerät für 5000 € wurde abgelehnt. Trotz eines Plädoyers von Matthias Striebich. Er merkte an, dass für einkaufende Eltern dieses Gerät eine hervorragende Möglichkeit sei, Kinder mal einen kurzen Moment zu beschäftigen. Die Befürchtung, dort käme es wegen des Seidlasteiges zu Vandalismus, wog für die Mehrheit des Stadtrates schwerer. Um die Mülleimer entbrannte dann ebenfalls eine Debatte. Bürgermeister Kunzmann merkte an, dass er selbst kein Freund von Mülleimern sei, wegen der Hausmüllablagerungen. Angemerkt dazu: Pizzakartons und Coffee-To-Go-Becher machen doch einen gewichtigen Anteil des Mülls dort aus, nicht alles dort ist Hausmüll und öfter leeren würde tatsächlich helfen! Elisabeth Meinhardt und Matthias Striebich plädierten dann für kleinere Öffnungen, damit Besucher weiter Kleinigkeiten entsorgen könnten. Hausmüllablagerungen würden aber erschwert. Schlussendlich wurden am Marktbrunnen zwei Mülleimer mit kleineren Öffnungen beschlossen. Die Bänke entlang des Stadtrundganges, ein Wunsch der Altstadtfreunde, wurden optional in die Ausschreibung mit aufgenommen (also kostenabhängig verwirklicht).

Sonstiges, Wünsche, Anfragen

Matthias Striebich wünschte eine Rückkehr der Stadtratssitzungen ins Rathaus, gerade wegen der Akustik. Außerdem wünschte er wieder die Möglichkeit ohne Termin auf die Verwaltung zu komme zu können, die derzeitigen Anmeldungen seien nicht bürgerfreundlich. Kunzmann erwiderte, die Terminvereinbarung sei effizienter und überall sonst seien auch Termine üblich. Anmerkung dazu: Andernorts kann man die aber auch bequem online buchen, das wäre doch noch angenehm. Für Kleinigkeiten, wie schnell ein Dokument beglaubigen lassen, wären terminfreie Öffnungszeiten schon ganz nett.

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